News 2005 Januar

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Anschlagsserie in London





Am Morgen des 7. Juli zur Rushhour wird das Zentrum Londons in einen Ort des Grauens verwandelt. Vier junge Muslime aus der Mitte einer liberalen westlichen Nation treffen sich am U-Bahn-Knoten King´s Cross und machen sich von dort aus getrennt an ihr furchtbares Werk.

Das Quartett setzt sich zusammen aus Shezad Tanweer, 22, einem Sportstudenten, dem 18-jährigen Hasib Hussain, einem Straßenkicker, Mohammed Sidique Kahn, mit 30 Jahren der Älteste und dem 19-jährigen Teppichverleger Jermaine Lindsay, ein Teppichverleger.

Um 8.51 zünden Tanweer, Lindsay und Khan zeitgleich die in ihren Rucksäcken versteckten Bomben. Die eine explodiert zwischen den U-Bahn-Stationen Liverpool Street und Aldgate, die andere zwischen King´s Cross und Russel Square, die dritte an der Haltestelle Edgware Road. Hussain, der jüngste, entscheidet sich für einen Bus, nachdem die vorgesehene U-Bahn nicht fährt. Sein Sprengsatz explodiert um 9.47 Uhr in einem Doppeldecker am Tavistock Square und zerfetzt dessen obere Hälfte.

Die Selbstmordattentäter nehmen 52 Menschen mit in den Tod und verletzen mehr als 700 Pendler. Die Maßnahmen der Retter funktionieren reibungslos. Die Notfallszenarien sind für 4000 Verletzte ausgelegt. Auch die Arbeit von Scottland Yard ist in kürzester Zeit von Erfolg gekrönt, die Täter sehr schnell identifiziert.

Leider geschah diese Katastrophe nicht völlig unerwartet. Der Irak-Kurs Blairs und sein Verhältnis zu Washington hat London geradezu prädestiniert für Hassanschläge. Die Zeit der Anschläge hätten die Attentäter nicht besser wählen können. Im schottischen Gleneagle findet das Treffen der G-8-Weltführer statt und London schwelgt im Rausch Olympias.

Besonders besorgniserregend ist aber, dass eine neue Tätergeneration herangereift ist. Sie handelt nicht auf Anweisung einer Zentrale, sondern es sind kleine Gruppen, die eher zufällig zueinander finden und als autonome Zellen agieren.

Die besten Sicherheitsvorkehrungen können nicht verhindern, dass genau zwei Wochen später, am 21. Juli, wieder Attentäter aktiv werden. Glücklicherweise verfehlen die vier Bomben ihre geplante Wirkung.

Leider ist zumindest eines sicher, die Zeit der Unbefangenheit ist in allen westlichen Großstädten vorüber. Der Terror lässt uns in ständiger Angst leben.






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